Sa
20
Dez
2008
Logistik? Nein danke - eine absurde Analogie
Was die Ablehnung angeht, hat die Atomkraft in der "Logistik" jetzt eine würdige Nachfolgerin bekommen, nicht mit gelbem Hintergrund auf dem Anstecker wie dereinst, sondern mit grünem. In der Beschaulichkeit des Dorfes Oldendorf im Landkreis Harburg macht ein Grundeigentümer aus seiner Ablehnung gegen das geplante Logistikzentrum LogPark im nahe gelegenen Rade keinen Hehl. Die Anwohner von Oldendorf und weiterer Dörfer im Einzugsbereich des 80 ha großen LogParks befürchten, dass zusätzlicher Schwerlastverkehr die Sicherheit und Lebensqualität der Bürger gefährden wird. Dagegen führt der Investor, die Habacker Holding, und Lokalpolitiker die Zahl der neu entstehenden Arbeitsplätze ins Feld. Von 1600 ist die Rede.
Bei allem Verständnis für das Ruhe und Sicherheitsbedürnis der Anwohner - beinahe absurd ist die Analogie, die der Slogan zur Atomkraft herstellt. Während es bei der Ernergiegewinnung zum Prinzip der Kernspaltung durchaus Alternativen gibt, finden sich diese für das "Prinzip Logistik" nicht. Alternativen bieten sich allenfalls für den Standort, von dem aus Logistik stattfinden soll. So bezieht sich die hier plakatierte Ablehnung von "Logistik" wohl eher auf den Standort, nämlich Rade an der Autobahn A1. Alles andere, nämlich eine generelle Ablehnung des "Prinzips Logistik", wäre auch ziemlich kurzsichtig. Würde der Plakatierer seinen Slogan bis zur letzten Konsequenz durchhalten, würde er am Ende im Handel nicht einmal mehr die Folie finden, auf die er seine Nachricht kleben kann, von der Druckfarbe für die Lettern ganz zu schweigen.
clausgrimm.de